Synthetische Kältemittel
HFO-Kältemittel – problematisch trotz Low-GWP
Hydrofluorolefine (HFOs) gelten als moderne, synthetische Kältemittel mit ebenfalls niedrigem Treibhauspotenzial und ohne Wirkung auf die Ozonschicht. Trotz dieser scheinbaren Vorteile bergen sie jedoch ernsthafte Umwelt- und Gesundheitsrisiken. In der Atmosphäre bauen sich HFOs innerhalb weniger Tage ab und bilden u.a. persistente Trifluoressigsäure (TFA), welche zu den PFAS gehören. Diese Verbindung ist besonders stabil, reichert sich in Gewässern und Böden an und kann mit herkömmlichen Wasseraufbereitungsverfahren nicht entfernt werden.
Untersuchungen zeigen, dass TFA in Regenwasser, Grundwasser und Pflanzen nachweisbar ist und global an Konzentration zunimmt. Obwohl erste Modellanalysen darauf hinweisen, dass die derzeitigen TFA-Werte für viele Wasserorganismen noch unbedenklich sein könnten, bleibt die langfristige Belastung durch die persistente Substanz ein ungelöstes Problem.
Ein weiterer Abbaupfad von z.B. des HFO-Kältemittels R1234ze führt in der Atmosphäre zu dessen Zersetzung und begünstigt zu etwa 10 % die Bildung von R23 (GWP 14.800) – einem extrem klimaschädlichen Treibhausgas. Dies verdeutlicht, dass es trotz seines niedrig beworbenen GWP zusätzliche Klimarisiken aufweist, da sein effektives GWP etwa 1.400 betragen kann.
Da TFA im Verdacht steht, auch das menschliche Zentralnervensystem zu beeinflussen und bereits im Blut von Neugeborenen nachgewiesen werden konnte, haben 2023 fünf EU-Länder einen Vorschlag bei der ECHA zur Beschränkung von PFAS, einschließlich TFA, im Rahmen der EU-Chemikalienverordnung eingereicht. Mit einer finalen Entscheidung bezüglich der Beschränkung von PFAS-haltigen Stoffen ist voraussichtlich 2028 zu rechnen.
Fazit: HFO-Kältemittel sind zwar in Bezug auf das Treibhauspotenzial geeignet, können jedoch durch die Bildung von TFA (PFAS) und weiteren toxischen Abbauprodukte erhebliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken verursachen.
Damit gewinnen natürliche Kältemittel
wieder stark an Bedeutung und bieten als einzige verfügbare Alternative eine zukunftssichere, klimafreundliche Lösung.